Software-Bewertungen bewegen Märkte und prägen jede Exit-Entscheidung. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die Bewertungsmultiplikatoren stark verschoben, da die Investoren ihre Prioritäten von Wachstum um jeden Preis hin zu effizienter, profitabler Expansion verlagert haben. In diesem Artikel zeigen wir, wie sich die Software-Bewertungsmultiplikatoren weltweit von 2015 bis 2025 verändert haben und warum sie für Gründer, Führungskräfte und Investoren wichtig sind.
Börsennotierte Software-Unternehmen weisen täglich Bewertungsmultiplikatoren aus, doch ihr Bezug zu privaten Deals ist nicht immer eindeutig. Wer diesen Zusammenhang versteht, kann den Markt besser einschätzen und den Zeitpunkt für einen Exit klüger wählen. An der Börse zahlen sich heute Cashflow, nachhaltige Margen und effizientes Wachstum aus; auch Trends wie der Einsatz von KI, Vertical SaaS und nutzungsbasierte Preismodelle prägen die Erwartungen der Investoren.
Private Software-Unternehmen unterscheiden sich deutlich von ihren börsennotierten Pendants. Viele sind kleiner, stärker auf Profitabilität ausgerichtet und außerhalb der großen US-Börsen tätig. Um ein aussagekräftigeres Bild zu zeichnen, haben wir Hunderte privater Software-M&A-Transaktionen ausgewertet, die zwischen 2015 und 2025 abgeschlossen wurden. Wir untersuchen, wie die Multiplikatoren nach Deal-Größe, Region, Geschäftsmodell und Wachstumsprofil variieren, und liefern damit praxisnahe Benchmarks für Finanzierungen und Exits.
Globale Trends bei der Software-Bewertung
Wie sich die Software-Bewertungsmultiplikatoren im vergangenen Jahrzehnt weltweit entwickelt haben, liefert wichtigen Kontext für den heutigen M&A-Markt. Nach einer langen Expansionsphase, befeuert durch niedrige Zinsen und hohe Wachstumserwartungen, erreichten die Multiplikatoren 2021 Rekordniveaus, bevor sie sich in den Folgejahren normalisierten. Um diese Veränderungen präzise einzuordnen, haben wir uns in unserer Analyse auf Transaktionen am Privatmarkt konzentriert und nicht auf Benchmarks börsennotierter Unternehmen.
Methodik der Privatmarkt-Analyse
Für diese Untersuchung haben wir eine proprietäre Datenbank mit über 45.000 weltweit abgeschlossenen softwarebezogenen Transaktionen ausgewertet. Aus dieser Gesamtheit haben wir die zwischen 2015 und 2025 abgeschlossenen Transaktionen herausgefiltert und uns auf jene mit offengelegten Bewertungsmultiplikatoren konzentriert.
Im Rahmen der Analyse haben wir jede Transaktion einzeln geprüft, um sicherzustellen, dass sie ein echtes Software-Geschäftsmodell abbildet. Transaktionen, die sich vorrangig auf IT-Dienstleistungen, Marktplätze, E-Commerce oder andere Nicht-Software-Modelle bezogen, haben wir ebenso ausgeschlossen wie klare Bewertungsausreißer. Alle übrigen Auswahlkriterien früherer Analysen blieben unverändert.
Nach diesem Screening umfasste die finale Stichprobe 1.325 Software-Transaktionen mit offengelegten EV/Revenue-Multiplikatoren, von denen 622 zusätzlich EV/EBITDA-Multiplikatoren auswiesen. So konnten wir sowohl wachstumsorientierte als auch reifere Software-Unternehmen als Benchmark heranziehen.
Da Bewertungsmultiplikatoren nur für einen Teil der Privatmarkt-Transaktionen offengelegt werden, ist der Datensatz nicht vollständig. Die verbleibende Stichprobe deckt jedoch ein breites Spektrum an Regionen, Deal-Größen und Software-Geschäftsmodellen ab und bietet damit eine belastbare Grundlage, um Bewertungsmuster im Software-M&A-Markt zu erkennen.
Die Analyse untersucht, wie die Bewertungsmultiplikatoren variieren nach:
- Dealgröße, zur Erfassung größenbedingter Bewertungsaufschläge
- Geografie, zur Herausarbeitung der Unterschiede zwischen dem US-amerikanischen und dem europäischen Software-Markt
- Geschäftsmodell und Wachstumsprofil, einschließlich des Einflusses wiederkehrender Umsätze und der Profitabilität auf die EV/Revenue- und EV/EBITDA-Multiplikatoren
Der Datensatz umfasst sowohl On-Premise- als auch SaaS-Unternehmen und spiegelt damit den anhaltenden Wandel klassischer Software-Anbieter hin zu abonnementbasierten und Cloud-Modellen wider. Das ergibt ein fokussiertes Bild davon, wie sich die Bewertungsmultiplikatoren im Zeitverlauf und über die Marktsegmente hinweg entwickelt haben.
Software-Bewertungsmultiplikatoren
In den vergangenen zehn Jahren erzielten Software-Unternehmen im Vergleich zu vielen anderen Branchen historisch höhere Bewertungsmultiplikatoren, was den ausgeprägten Appetit der Investoren auf skalierbare, margenstarke Geschäftsmodelle widerspiegelt.
Über 1.325 Transaktionen mit ausgewiesenen EV/Umsatz-Multiplikatoren hinweg lag der Median Umsatzbei dem 3,7-fachen, wobei das oberste Quartil das 7,2-fache und das unterste Quartil das 2,0-fache erreichte. Dies verdeutlicht, wie zentrale Faktoren wie Wachstumsrate, Qualität der Kundenbasis und wiederkehrende Umsätze die Ergebnisse beeinflussen.
622 Transaktionen wiesen EV/EBITDA-Multiplikatoren für profitabilitätsorientierte Kennzahlen aus und zeigten einen Median des 19,0-fachen EBITDA. Profitablere oder strategisch positionierte Unternehmen erreichten das 34,6-fache EBITDA oder mehr, während wachstumsschwächere oder konzentrierte Unternehmen um das 11,1-fache gehandelt wurden.
| Multiplikator | Stichprobe (n) | 1. Quartil | Median | 3. Quartil |
|---|---|---|---|---|
| EV/Umsatz | 1,325 | 2,0x | 3,7x | 7,2x |
| EV/EBITDA | 622 | 11,1x | 19,0x | 34,6x |
Diese Zahlen zeigen, wie Performance und Risikoprofil eines Unternehmens seine Bewertung beeinflussen. Unternehmen mit starkem Umsatzwachstum, breit gestreuter Kundenbasis und planbaren Erträgen liegen typischerweise im oberen Quartil, während kleinere oder wachstumsschwächere Unternehmen näher am unteren Quartil bewertet werden.
Mediane EV/Revenue-Multiplikatoren für Software-Unternehmen
Umsatzmultiplikatoren werden bei der Bewertung von Software-Unternehmen häufig herangezogen, insbesondere bei solchen, die stark in Wachstum investieren und dabei nur geringe oder gar keine Gewinne erzielen.
Von 2015 bis 2017 fielen die EV/Revenue-Multiplikatoren im Software-Sektor mit meist 2x bis 4x eher moderat aus, was stabile, aber zurückhaltende Marktbedingungen widerspiegelte.
In den Jahren 2018 und 2019 weiteten sich die Multiplikatoren allmählich auf rund 4x bis 5x aus, da der Appetit der Investoren auf skalierbare SaaS-Geschäftsmodelle wuchs und die Cloud-Nutzung an Fahrt gewann.
Zwischen 2021 und Anfang 2022 kam es zu einer starken Ausweitung: Der mediane Multiplikator erreichte mit 6,7x seinen Höhepunkt, getrieben von reichlich Liquidität, extrem niedrigen Zinsen und einem Investorenfokus auf Wachstum statt auf kurzfristige Profitabilität.
Bis 2023 kippte die Stimmung abrupt: Steigende Zinsen und nachlassende Risikobereitschaft lösten eine scharfe Korrektur aus, die die Multiplikatoren auf knapp über 3x fallen ließ.
In den Jahren 2023 und 2024 pendelten sich die EV/Revenue-Multiplikatoren auf diesem niedrigeren Niveau ein, typischerweise um 2,6x. In der zweiten Jahreshälfte 2025 stieg der Median leicht auf 3,1x, ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die Bewertungserwartungen normalisieren und Wachstum und Profitabilität wieder ausgewogener gewichtet werden.
Mediane EV/EBITDA-Multiplikatoren für Software-Unternehmen
EV/EBITDA-Multiplikatoren dienen üblicherweise der Bewertung reifer Software-Unternehmen mit stabilem Cashflow, langsamerem Wachstum oder einem Nischengeschäft.
Über die 622 Transaktionen mit offengelegten EV/EBITDA-Multiplikatoren liegt der Median der vergangenen zehn Jahre bei 19,0x. Von 2015 bis 2019 blieben die EV/EBITDA-Multiplikatoren von Software-Unternehmen relativ stabil und schwankten meist zwischen 15x und 20x, ein Zeichen für ein stabiles und ausgewogenes Bewertungsumfeld.
2020 gaben die Bewertungen leicht auf 14,6x nach und spiegelten damit die Unsicherheit zu Beginn der Pandemie wider.
Darauf folgte 2021 ein kräftiger Anstieg: Im zweiten Halbjahr kletterte der mediane Multiplikator auf 26,1x, getrieben von reichlich Kapital, extrem niedrigen Zinsen und aggressiven, wachstumsorientierten Investitionen.
Ihren Höhepunkt erreichte die Dynamik im zweiten Halbjahr 2022 bei 39,9x, dem höchsten Bewertungsniveau des Jahrzehnts, bevor noch im selben Jahr eine rasche Korrektur einsetzte, als steigende Zinsen und sich verengende Kapitalmärkte den Blick der Investoren auf die Profitabilität lenkten.
In den Jahren 2023 und 2024 blieben die EV/EBITDA-Multiplikatoren zwischen 17x und 22x verankert, Ausdruck eines nach der Korrektur geschärften Blicks auf Profitabilität und Ertragsqualität. In der zweiten Jahreshälfte 2025 stieg der Median auf 26,1x, weitgehend im Einklang mit der moderaten Ausweitung der EV/Revenue-Multiplikatoren. Auch wenn dahinter eher eine sich verbessernde operative Hebelwirkung und Ertragstransparenz stehen dürften als eine breite Ausweitung der Multiplikatoren, deuten die Daten auf eine allmähliche Normalisierung hin und nicht auf eine vollständige Neubewertung.
Was Bewertungsunterschiede treibt
SaaS- versus On-Premise-Multiplikatoren
In den vergangenen Jahren drehte sich ein Großteil der Debatte über Software-Bewertungen um Software-as-a-Service-Unternehmen (SaaS). In unserer Analyse haben wir SaaS- und On-Premise-Anbieter nicht getrennt, da die Grenze zwischen beiden weitgehend verschwommen ist.
Viele klassische Anbieter setzen heute auf cloudfähige oder hybride Bereitstellung und auf abonnementbasierte Umsätze. Zugleich haben die Investoren ihren Fokus von reinem Wachstum hin zu Effizienz und nachhaltigem Cashflow verschoben. Das heißt: Selbst SaaS-Unternehmen müssen Profitabilität nachweisen, um Premium-Bewertungen zu erzielen.
In der Praxis werden SaaS-Unternehmen nach wie vor zu etwas höheren Umsatzmultiplikatoren bewertet, vor allem wegen geringerer technischer Altlasten und stärkerer langfristiger Wachstumsaussichten. Dieser Abstand hat sich jedoch deutlich verringert, verglichen mit den wachstumsstarken Jahren vor 2022.
Bewertungstrends (2015-2025)
Die Bewertungsmultiplikatoren im Software-Sektor haben sich im vergangenen Jahrzehnt erheblich verschoben und spiegeln damit gewandelte Prioritäten der Investoren und veränderte Marktbedingungen wider. Von 2015 bis 2019 blieben sie relativ stabil und bewegten sich typischerweise zwischen 2x und 4x EV/Revenue sowie 15x und 20x EV/EBITDA. Ab 2018/2019 begannen die Bewertungen zu steigen, als das Vertrauen in wiederkehrende Umsätze und skalierbare SaaS-Geschäftsmodelle wuchs.
Ihren Höhepunkt erreichten die Bewertungen 2021, als EV/Revenue auf 6,7x stieg und EV/EBITDA sich auf 26x bis 40x ausweitete, getrieben von rekordtiefen Zinsen, reichlich Liquidität und einem intensiven Wettbewerb um wachstumsstarke Software-Assets.
Als die Zinsen stiegen und die Liquidität Ende 2022 knapper wurde, kippte die Stimmung schlagartig. Die Multiplikatoren schrumpften auf unter 3x EV/Revenue und 15x bis 18x EV/EBITDA, ein neuer Fokus auf Profitabilität und Cashflow-Generierung. In den Jahren 2023 und 2024 pendelten sich die Bewertungen auf diesem niedrigeren Niveau ein und spiegelten ein diszipliniertes, an den Fundamentaldaten ausgerichtetes Marktumfeld wider.
Bis Ende 2025 zeigten die Bewertungskennzahlen erste Anzeichen einer Normalisierung, nicht einer vollständigen Neubewertung. Die EV/Revenue-Multiplikatoren stiegen moderat auf rund 3,1x, während EV/EBITDA in den mittleren 20er-Bereich kletterte, ein Hinweis auf sich verbessernde Ertragsqualität und operative Hebelwirkung. Insgesamt liegen die Software-Bewertungen weiterhin deutlich unter ihren Höchstständen von 2021, wobei die Investoren ihren Fokus klar auf nachhaltiges Wachstum und Profitabilität richten.
Unternehmensgröße und Skalierung
Die Unternehmensgröße bleibt einer der stärksten Indikatoren für den Bewertungsausgang im Software-M&A. Unser Datensatz zeigt einen klaren Größenaufschlag: Größere Deals erzielen durchgängig höhere Bewertungsmultiplikatoren, sowohl bei EV/Revenue als auch bei EV/EBITDA.
- Kleine Transaktionen (<5 Mio. USD) werden bewertet zu 2,1x EV/Revenue und 17,2x EV/EBITDA, was höheres wahrgenommenes Risiko, begrenzte Skalierbarkeit und Gründerabhängigkeit widerspiegelt.
- Mittelgroße Deals (50-100 Mio. USD) erreichen 3,7x EV/Revenue und 17,4x EV/EBITDA, gestützt durch stärker institutionalisierte Abläufe und bessere Wachstumstransparenz.
- Große Transaktionen (100-500 Mio. USD) kommen im Durchschnitt auf 5,3x EV/Revenue und19,2x EV/EBITDAund profitieren von etablierten Marktpositionen und wiederkehrenden Umsatzmodellen.
- Spitzen-Deals (über 500 Mio. USD) erreichen 6,7x EV/Revenue und 26,9x EV/EBITDA, getrieben von globaler Reichweite, Bieterwettbewerb und erwiesener Skalierbarkeit.
Über alle 1.325 Deals hinweg liegt der Median bei 3,7x EV/Revenue und 19,0x EV/EBITDA, was jedoch die große Streuung nach Unternehmensgröße verdeckt. Die Daten unterstreichen, wie stark die Größe die Bewertungsaufschläge treibt.
| Deal-Größe, Mio. USD | Anzahl der Deals | Median EV/Umsatz | Median EV/EBITDA |
|---|---|---|---|
| <5 | 162 | 2,1x | 17,2x |
| 5-20 | 278 | 2,5x | 12,2x |
| 20-50 | 200 | 2,7x | 12,8x |
| 50-100 | 135 | 3,7x | 17,4x |
| 100-500 | 262 | 5,3x | 19,2x |
| 500+ | 288 | 6,7x | 26,9x |
| Gesamt | 1,325 | 3,7x | 19,0x |
Warum größere Unternehmen höher bewertet werden
Größere Software-Unternehmen gelten als weniger riskant, verfügen über eine breiter gestreute Kundenbasis und über erfahrene Managementteams. Ihre Cashflows sind besser planbar, was höhere EBITDA-Multiplikatoren stützt. Sie ziehen zudem mehr Wettbewerb unter den Investoren an, da viele Private-Equity-Fonds und strategische Käufer sich auf größere, bewährte Unternehmen konzentrieren.
Bewertungsunterschiede zwischen den Regionen
Die Region spielt bei der Bewertung von Software-Unternehmen weiterhin eine große Rolle. Unternehmen in größeren, reiferen Märkten erzielen in der Regel höhere Multiplikatoren, gestützt durch bessere Wachstumsaussichten, größere adressierbare Märkte und einen intensiveren Bieterwettbewerb.
US-amerikanische Unternehmen führen sowohl bei den Umsatz- als auch bei den Ertragsmultiplikatoren, mit Medianwerten von 5,0x EV/Revenue und 25,0x EV/EBITDA. Dieser Aufschlag spiegelt die Größe und globale Skalierbarkeit des US-Marktes ebenso wider wie die größeren Deal-Volumina. Die mediane US-Transaktion liegt mit 276 Mio. USD deutlich über dem globalen Median von 55 Mio. USD, was die insgesamt höheren Bewertungen mit erklärt.
| Region | Anzahl der Deals | Mediangröße, M USD | Median EV/Umsatz | Median EV/EBITDA |
|---|---|---|---|---|
| USA | 467 | 276 | 5,0x | 25,0x |
| Vereinigtes Königreich | 179 | 27 | 3,3x | 18,3x |
| Australien | 52 | 37 | 4,1x | 19,3x |
| Schweden | 51 | 19 | 3,0x | 17,9x |
| Kanada | 48 | 58 | 2,5x | 14,4x |
| Frankreich | 47 | 47 | 2,8x | 11,6x |
| Norwegen | 44 | 25 | 4,7x | 22,2x |
| China | 40 | 65 | 4,4x | 18,6x |
| Deutschland | 38 | 45 | 2,6x | 29,0x |
| Südkorea | 31 | 22 | 3,9x | 19,2x |
| Indien | 16 | 8 | 3,0x | 8,0x |
| Andere | 312 | 23 | 2,5x | 13,7x |
| Gesamt | 1,325 | 55 | 3,7x | 19,0x |
Unter den übrigen entwickelten Märkten stechen Australien und Norwegen mit erhöhten EV/Revenue-Multiplikatoren von 4,1x und 4,7x hervor, getragen von aktiven lokalen SaaS-Ökosystemen und starker Nachfrage der Käufer. Das Vereinigte Königreich (3,3x) und Schweden (3,0x) liegen im Mittelfeld, gestützt durch eine stetige, aber maßvollere Preisbildung.
Frankreich (2,8x) und Kanada (2,5x) weisen konservativere Bewertungen auf, was kleinere Märkte und einen weniger intensiven Wettbewerb unter den Käufern widerspiegelt.
Über alle Regionen hinweg erzielen entwickelte Märkte tendenziell Premium-Multiplikatoren, doch wie hoch dieser Aufschlag ausfällt, hängt von den Wachstumserwartungen, der Kapitalverfügbarkeit und der lokalen Käuferaktivität ab.
Marktausblick für Software-Bewertungen
Kurzfristiger Ausblick (2026)
Die Software-Bewertungsmultiplikatoren dürften bis 2026 weitgehend stabil bleiben, mit nur wenigen Anzeichen einer breiten Erholung. Käufer setzen weiterhin auf Effizienz, planbaren Cashflow und diszipliniertes Wachstum, während reines Umsatzwachstum allein keine Premium-Preise mehr rechtfertigt. Viele Käufer, allen voran Private-Equity-Firmen, verfügen über reichlich Kapital, setzen es aber vorsichtig ein und konzentrieren sich auf Assets, die sowohl Widerstandsfähigkeit als auch Skalierbarkeit unter Beweis stellen. Diese Selektivität hält die durchschnittlichen Multiplikatoren stabil, selbst wenn hochwertige Assets einen regen Bieterwettbewerb auslösen.
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibt für das Dealmaking ein zwiespältiges Bild. Der Inflationsdruck hat zwar nachgelassen, doch die Zinsen bleiben im historischen Vergleich relativ hoch, halten die Finanzierungskosten oben und dämpfen aggressive Bewertungen. Die Vergleichswerte an den öffentlichen Märkten haben sich leicht verbessert, doch der Bezug zwischen öffentlichen und privaten Bewertungen bleibt schwächer als in früheren Zyklen, da Käufer Profitabilität und Effizienz beim Working Capital höher gewichten als momentumgetriebene Wachstumsstorys.
Innerhalb des Privatmarktes dürfte sich die Bewertungslücke zwischen Software-Unternehmen der Spitzenklasse und dem Mid-Market weiter vergrößern. Profitable Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen in essenziellen Segmenten wie Cybersicherheit, Infrastruktursoftware und KI-Werkzeugen dürften eine leichte Ausweitung ihrer Multiplikatoren erleben. Kleinere oder weniger differenzierte Anbieter hingegen könnten mit stagnierenden oder sogar sinkenden Multiplikatoren konfrontiert sein, da die Investoren risikobereinigte Renditen in den Vordergrund stellen. Insgesamt dürfte 2026 eher ein Jahr der Konsolidierung und des vorsichtigen Optimismus werden als eines der breiten Bewertungserholung.
Langfristiger Ausblick für Software-M&A
Langfristig wird Software-M&A ein Kernelement sowohl strategischer als auch von Private-Equity-Investitionsstrategien bleiben. Die wiederkehrenden Umsätze, die Skalierbarkeit und die essenzielle Rolle des Sektors im Geschäftsbetrieb machen ihn über Konjunkturzyklen hinweg widerstandsfähig und unter allen Marktbedingungen attraktiv.
Die Bewertungsspitzen von 2021 dürften zwar nicht zurückkehren, doch ist eine allmähliche Normalisierung der Multiplikatoren zu erwarten, da Software in immer mehr Branchen Einzug hält und Initiativen zur digitalen Transformation an Tempo gewinnen. Investoren legen größeren Wert auf operative Effizienz, Margentransparenz und Kundenbindung, also auf Eigenschaften, die beständige, cash-generierende Geschäftsmodelle gegenüber rein wachstumsgetriebenen stützen.
Private-Equity-Investoren sind bereit, ihre Präsenz durch disziplinierte Buy-and-Build-Strategien auszubauen und Nischensegmente zu konsolidieren, um Größe und Synergien zu schaffen. Strategische Käufer wiederum werden Software-Assets ins Visier nehmen, die Innovation fördern oder Produktökosysteme erweitern, insbesondere in Bereichen wie KI-Enablement, Cybersecurity und branchenspezifischem SaaS.
Trotz zyklischer Schwankungen wird Software als unverzichtbarer Treiber von Produktivität, Automatisierung und Innovation eine stetige M&A-Aktivität weiter untermauern. Die strukturelle Nachfrage, die Planbarkeit wiederkehrender Umsätze und die Vertrautheit der Investoren mit dem Geschäftsmodell dürften das langfristige Interesse am Sektor auf gesundem Niveau halten.
Über Aventis Advisors
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Aventis Advisors ist ein unabhängiges M&A-Beratungsunternehmen mit Fokus auf Technologie und Wachstumsunternehmen. Wir verbinden Branchenexpertise mit fundierter Datenanalyse, um Gründern, Investoren und Aufsichtsräten zu fundierten Entscheidungen zu verhelfen.
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